Zeitzeugenbericht: politische Verfolgung während & nach dem 2.WK

Wann
Wo
Zentralbibliothek, Innstr. 29, Passau

Aus der Facebook-Veranstaltung der Rosa Luxenburg Stiftung Passau:

Der Zeitzeuge Walter Gerber berichtet über den Nationalsozialismus am Beispiel seiner Mutter und seines Vaters, welcher 6 Jahre als politisch Verfolgter in Konzentrationslagern (Heuberg, Welzheim, Dachau, Ravensbrück und Ausschwitz) verbrachte.

"Die Schilderung über die Jugendzeit meines Vaters und seine Haftzeiten möchte ich einbetten in die erfahrenen Ängste und Repressionen, denen die Restfamilie während der Nazizeit und danach ausgesetzt war. Wie die Nürtinger Gesellschaft nach 1945 auf die Rückkehr des (damals unheilbar an „perniziöser Anämie“ erkrankten) Karl Gerber aus Russischer Gefangenschaft reagierte. Wie er bei der Entnazifizierung versuchte, leider weitgehend erfolglos, die Naziverbrechen aufzudecken und zu ahnden. Wie er bei der anschließenden Arbeitssuche scheiterte, weil die alten Netzwerke und Machtstrukturen sich wieder etabliert hatten.

Dabei sollen die Auswirkungen und Pressionen auf die Familie während und nach der Nazizeit thematisiert werden, insbesondere der aufopfernde und tapfere Einsatz meiner Mutter, der ihn vor der Gaskammer rettete.

Im Rückblick auf meine Erlebnisse und Erfahrungen im Berufsleben habe ich meine eigenen Ansichten über die Machtzentren in Wirtschaft und Politik und deren Verflechtung mit dem Kapital gebildet. Im Vortrag werde ich diese Ansichten über den Verlust individueller Freiheitsspielräume unter dem Einfluß von Macht und Kapital hinzufügen."

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